Donnerstag, 22. Mai 2008

Es ist nicht immer so wie immer

Davon kann Heidi M. ein Lied singen. Da wir ja heute an Fronleichnam (ich frag mich, ob dieser Feiertag möglicherweise nach dem schönen Fron-Wald benannt wurde und wer wohl dort eine Leiche zu verantworten hat) wieder an der Prozession teilnehmen durften, trafen wir uns wie immer vor dem Streibl-Garagentor, marschierten wie immer zum Kircheneingang und machten wie immer eine große Wende auf der Kreuzung. Das wußten allerdings nur wir Musiker, denn für Zuschauer war das vorgeführte Manöver nicht zu erkennen. Heidi M. ging heute nämlich links aussen und nicht wie immer hinter Flo. Das wurde ihr zum Verhängnis, denn sie nahm bei der großen Wende aus völlig unersichtlichem Grund den falschen Weg und verursachte in den nachfolgenden Reihen ein unübersichtliches Chaos. Im Nachhinein war alles klar, denn Heidi entschuldigte sich: 'Jo, i bin bis iatz imma an Flo nochigonga.'
Zu den Dingen, die wie immer waren, zählte aber die Dauer der Messe. Das sind im Normalfall 50 Minuten, 10 Minuten auf oder ab. Aber einigen sitzt die Rüge von Stabführer Sepp nach der von manchen beim Kirchenwirt verschlafenen Einsatzbereitschaft, noch so im Nacken, dass die beim Bier sitzende Abordnung schon beim ersten Kanonenschuss (den Liturgie-Unerfahrenen sei erklärt, dass dieser beim Evangelium, also ca. 10 Minuten nach Beginn, erfolgt) beim Wirt aufsprang, die noch vollen Gläser stehenließ und sich brav vor dem Friedhofstor versammelte. Jaja, dem Sepp sei ein genugtuendes Lächeln gegönnt.

Ebenfalls wie immer war, dass zur Prozession Prozessionsmärsche gespielt wurden. Manuela K., ausgestattet mit nagelneuen, aber nicht allzu vielen befüllten Marschbuchhüllen, stellte fest, dass sich der erste angesagte Prozessionsmarsch nicht in ihrer Sammlung befand. Mein unverständlicher Blick veranlasste sie, mir zu erklären, dass ihr die Marschbuchhüllen zu wenig geworden waren und sie deshalb nur jene Noten mitgenommen habe, welche sie für heute notwendig hielt. Unser beider Blick fiel dann auf die aufgeschlagene Seite an ihrer Marschgabel: Stille Nacht...

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